Die Schlechtwetterfront, die seit gestern den Norden und Teile Mittelitaliens erfasst hat, hat Erdrutsche, Überschwemmungen und strukturelle Schäden verursacht. Die Feuerwehr leistete insgesamt 1.000 Einsätze.
Die kritischste Lage wurde in der Lombardei verzeichnet, wo mehr als 400 Rettungsaktionen durchgeführt wurden. Zu den bedeutendsten Notfällen zählte die Evakuierung von 250 Gästen eines Campingplatzes in Isola di Fondra (Provinz Bergamo) am späten Abend; die Anlage war oberhalb durch einen drohenden Erdrutsch und unterhalb durch den steigenden Pegel eines Wildbachs gefährdet. In der Nacht wurde eine der Zufahrtsstraßen zur Anlage mit Baggern freigeräumt, sodass die Einsatzkräfte alle Personen in Sicherheit bringen konnten.
In Rino di Sonico (Provinz Brescia) zerstörten zwei Erdrutsche die Brücke über den Wildbach Val Rabbia, die bereits zuvor vorsorglich für den Verkehr gesperrt worden war. Vorsorglich wurden 81 Personen evakuiert: 57 auf der Seite von Rino di Sonico und 24 auf der Seite von Garda. Flussabwärts von Sonico trat der Fluss Oglio über die Ufer und überflutete Teile der Ortschaft Malonno; dort sind die GOS (Spezielle Einsatzgruppen) der Feuerwehr mit Erdbewegungsmaschinen im Einsatz, um die Wassermassen einzudämmen. Das Video zeigt einen Hubschrauberflug der Feuerwehr über die vom Unwetter betroffenen Gebiete in der Provinz Brescia.
Um die große Anzahl an Einsätzen zu bewältigen, wurde das regionale Aufgebot in der Lombardei durch die Mobilisierung von mehr als 60 zusätzlichen Feuerwehrleuten verstärkt. Auch andere Regionen waren von Unwettern betroffen: Im Piemont wurden mehr als 260 Einsätze wegen Überschwemmungen und Schäden an Gebäudedächern verzeichnet, wobei der Schwerpunkt auf den Provinzen Turin, Novara und Vercelli lag; in der Toskana schlossen die Einsatzkräfte über 200 Einsätze ab – insbesondere in den Gebieten um Florenz, Pistoia, Lucca und Pisa –, während noch rund hundert Meldungen wegen umgestürzter Bäume und Überschwemmungen ausstanden; in Ligurien erforderten die Niederschläge mehr als 160 Einsätze in den Provinzen Genua und La Spezia, wobei die Rettungskräfte durch lokale Teams sowie Verstärkung aus der Toskana aufgestockt wurden, um die Hilfsmaßnahmen zu unterstützen.