Heute wurde die Feuerwehr der Stadt Korneuburg zu einem Verkehrsunfall auf der Auffahrt von der S1 auf die A22 alarmiert. Ein LKW war aus bislang ungeklärter Ursache umgekippt und blieb seitlich auf der Fahrbahn liegen.Eine Person wurde beim Unfall verletzt und musste nach der Erstversorgung durch den Rettungsdienst mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden.Bei der ersten Lageerkundung war der Inhalt des Tanks unklar, schließlich wurde dieser als Ammoniumchlorid (NH4Cl) identifiziert.
Das ist eine anorganische chemische Verbindung und das Ammoniumsalz der Salzsäure. Dieses bildet einen farblosen, geruchlosen, kühlend salzig schmeckenden Feststoff. Natürlich kommt dieser als Mineral Salmiak vor. Es gibt viele Anwendungsbereiche von Ammoniumchlorid, darunter die Chemie, die Lebensmitteltechnologie und die Metallverarbeitung.
Aufgrund dieser Lage wurde umgehend der Schadstoffzug Gänsendorf nachalarmiert.
Gemeinsam mit den Spezialkräfte wird mit den aufwendigen Umfüll- und Auspumparbeiten begonnen. Der Schadstoff muss dabei kontrolliert in ein geeignetes Transportfahrzeug umgepumpt werden.
Nach dem vollständigen Umpumpen des Gefahrgutes in einen geeigneten Transport-LKW wird die Bergung des verunfallten Fahrzeugs durch eine Fachfirma durchgeführt.(FF Korneuburg)
BFKDO Gänserndorf:
Gefahrgutunfall S1 bei Korneuburg – Bezirksübergreifender Schadstoffeinsatz
Am 13. März 2026 kam es im Bereich der Auffahrt von der S1 auf die A22 bei Korneuburg (Niederösterreich) zu einem Verkehrsunfall mit einem Gefahrguttransport. Ein mit rund 10.000 Litern Ammoniumchlorid beladener Lastkraftwagen kam aus bislang ungeklärter Ursache von der Fahrspur ab, kippte um und blieb seitlich auf der Fahrbahn liegen. Der Unfall führte zu einem umfangreichen Einsatz mehrerer Feuerwehren sowie von Spezialkräften des Schadstoffdienstes.
Unfallhergang und Erstmaßnahmen
Die Feuerwehr der Stadt Korneuburg wurde gemeinsam mit umliegenden Feuerwehren zu dem Verkehrsunfall alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte bestätigte sich die gemeldete Lage: Der Sattelzug lag seitlich auf der Fahrbahn der Auffahrt und blockierte diese vollständig.
Der Lenker sowie der Beifahrer des Fahrzeuges wurden beim Unfall verletzt. Beide Personen wurden durch den Rettungsdienst erstversorgt. Aufgrund der Verletzungsschwere wurde ein Patient mit einem Notarzthubschrauber in ein Krankenhaus transportiert, während der zweite Verletzte mittels Rettungswagen in ein umliegendes Krankenhaus eingeliefert wurde.
Parallel zur medizinischen Versorgung der Verletzten sicherten die Einsatzkräfte die Unfallstelle ab, stellten den Brandschutz sicher und führten eine umfassende Lageerkundung durch.
Feststellung eines Gefahrguttransportes
Im Zuge der Erkundung stellte sich heraus, dass es sich bei dem verunfallten Fahrzeug um einen Gefahrguttransport handelte. Der LKW transportierte rund 10.000 Liter Ammoniumchlorid, ein Stoff, der bei unsachgemäßem Austritt eine Gefährdung für Umwelt und Einsatzkräfte darstellen kann.
Aufgrund dieser Erkenntnis wurde umgehend der Schadstoffzug des Bezirkes Gänserndorf nachalarmiert, um die örtlichen Einsatzkräfte mit speziell ausgebildetem Personal sowie entsprechender Ausrüstung zu unterstützen.
Bis zum Eintreffen der Spezialkräfte wurden durch die Feuerwehr Sicherungsmaßnahmen getroffen. Dazu zählten unter anderem die Absicherung des Gefahrenbereichs, die Einrichtung einer erweiterten Einsatzstelle sowie die laufende Kontrolle des verunfallten Transportbehälters auf mögliche Undichtigkeiten.
Aufwendige Umfüll- und Sicherungsmaßnahmen
Nach dem Eintreffen des Schadstoffzuges erfolgte eine detaillierte Gefahrstoffbeurteilung sowie die Planung der weiteren Maßnahmen. Aufgrund der Lage des verunfallten Fahrzeuges und der Beschädigungen am Transportbehälter wurde entschieden, den Gefahrstoff kontrolliert aus dem Fahrzeug zu entfernen.
In weiterer Folge begannen die Einsatzkräfte unter Verwendung von Schutzstufe 2 und Pumptechnik mit dem kontrollierten Umpumpen des Ammoniumchlorids. Der Stoff wurde schrittweise aus dem beschädigten Transporttank in einen bereitgestellten geeigneten Ersatztransport-LKW umgefüllt.
Die Arbeiten gestalteten sich aufgrund der erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen sowie der schwierigen Lage des umgestürzten Fahrzeugs äußerst aufwendig. Während der gesamten Umfüllarbeiten überwachten die Einsatzkräfte kontinuierlich den Zustand der Ladung sowie mögliche Stoffaustritte.
Bergung des Unfallfahrzeuges
Erst nach dem vollständigen Umpumpen des Gefahrgutes konnte mit der eigentlichen Bergung des verunfallten LKW begonnen werden. Diese wurde durch eine spezialisierte Fachfirma für Schwerfahrzeugbergung durchgeführt.
Während der Bergungsarbeiten verblieben die Kräfte des Schadstoffzuges weiterhin an der Einsatzstelle, um die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen sicherzustellen und gegebenenfalls rasch eingreifen zu können.
Einsatzkräfte
Aufgrund der komplexen Lage sowie der notwendigen Sicherungs- und Umfüllmaßnahmen entwickelte sich der Einsatz zu einem mehrstündigen Schadstoff- und Bergeeinsatz.
Der Schadstoffzug des Bezirkes Gänserndorf stand mit insgesamt 38 Einsatzkräften und 8 Fahrzeugen im Einsatz. Neben dem Schadstoffzug stand der Schadstofberatungsdienst, die Feuerwehr der Stadt Korneuburg, Feuerwehr Hagenbrunn, das Rote Kreuz, ein Rettungshübschrauberdes ÖAMTC, die Polizei Niederösterreich mit insgsamt rund 60 Einsatzkräften im Einsatz.
Der Einsatz verdeutlicht einmal mehr die Bedeutung spezialisierter Schadstoffeinheiten sowie die enge Zusammenarbeit zwischen örtlichen Feuerwehren, Rettungsdienst, Spezialkräften und privaten Bergungsunternehmen bei komplexen Gefahrgutlagen im Straßenverkehr.
Michael Bäck, BSB




