Brandschadenstatistik 2025: Brände verursachten im Burgenland mehr als 10,95 Millionen Euro Schaden

von | Sep. 8, 2026 | News | 0 Kommentare

96 Brandfälle, elf Verletzte – ziviler Bereich besonders betroffen – Landesfeuerwehrverband und Brandverhütungsstelle appellieren an Bevölkerung: Viele Brände können durch Aufmerksamkeit und richtiges Verhalten verhindert werden.

 

Eisenstadt, 8. September 2026 – 96 Brandfälle mit einem Gesamtschaden von mehr als 10,95 Millionen Euro wurden im Jahr 2025 in der Brandschadenstatistik für das Burgenland erfasst. Elf Menschen wurden bei Brandereignissen verletzt. Die Statistik berücksichtigt dabei nur Brandfälle mit einer Schadenssumme von mindestens 2.000 Euro.

 

Die Zahlen wurden am Dienstag vom Burgenländischen Landesfeuerwehrverband und der Brandverhütungsstelle Burgenland im Landesfeuerwehrkommando in Eisenstadt präsentiert. Im Mittelpunkt standen neben der Entwicklung der Schäden insbesondere die häufigsten Brandursachen und die Frage, wie Brände durch gezielte Prävention verhindert werden können.

 

Ziviler Bereich mit Abstand am stärksten betroffen

Besonders deutlich zeigt die Statistik die hohe Bedeutung des zivilen Bereichs: 82 der insgesamt 96 erfassten Brandfälle entfielen 2025 auf diese Risikogruppe. Das entspricht rund 85 Prozent aller Fälle. Mit einem Schaden von rund 8,26 Millionen Euro verursachten Brände im zivilen Bereich zudem mehr als drei Viertel der gesamten Schadenssumme.

Landesfeuerwehrkommandant Franz Kropf betont, dass hinter der Statistik weit mehr als reine Schadenssummen stehen: „Elf verletzte Menschen führen uns vor Augen, welche Folgen ein Brand haben kann. Unser Auftrag als Feuerwehr ist deshalb nicht nur, im Ernstfall rasch und professionell zu helfen. Wir wollen gemeinsam mit der Brandverhütungsstelle auch dazu beitragen, dass Brände gar nicht erst entstehen. Jeder verhinderte Brand bedeutet mehr Sicherheit für die Menschen im Burgenland.“

 

Kropf verwies zugleich auf die Bedeutung einer leistungsfähigen Feuerwehrorganisation. Ausbildung und Ausrüstung müssten laufend an neue und zunehmend vielfältige Anforderungen angepasst werden, damit die burgenländischen Feuerwehren auch künftig bestmöglich auf ihre Einsätze vorbereitet seien.

 

Offenes Feuer, elektrische Energie und Wärmegeräte im Fokus

Ein genauer Blick auf die Brandursachen zeigt, wo Prävention besonders wichtig ist. Offenes Feuer und Licht waren mit 30 Fällen die häufigste erfasste Zündquelle und verursachten Schäden von rund 3,085 Millionen Euro. Auf elektrische Energie entfielen 29 Brandfälle mit rund 3,682 Millionen Euro Schaden. Wärmegeräte waren für weitere 16 Brandfälle und rund 1,361 Millionen Euro Schaden verantwortlich.

 

Für Martin Mittnecker, Leiter der Brandverhütungsstelle Burgenland, zeigen diese Zahlen, dass Brandschutz im Alltag beginnt: „Die Statistik zeigt klar, dass ein großer Teil des Brandgeschehens mit Gefahrenquellen zusammenhängt, denen wir täglich begegnen. Elektrische Geräte, Wärmequellen oder offenes Feuer gehören für uns zum Alltag – gerade deshalb wird das damit verbundene Risiko leicht unterschätzt. Konsequente Brandverhütung bedeutet, Gefahren frühzeitig zu erkennen und durch einfache Vorsichtsmaßnahmen erst gar keinen Brand entstehen zu lassen. Dazu gehören auch funktionierende Rauchwarnmelder, denn sie warnen frühzeitig vor Rauch und können im Ernstfall entscheidende Sekunden verschaffen, um Menschenleben zu retten“, betont Martin Mittnecker, Leiter der Brandverhütungsstelle Burgenland. 

 

Eine zunehmende Rolle spielen dabei auch Akkus. Sie finden sich heute in einer Vielzahl von Geräten – vom Handy über Werkzeuge bis hin zu E-Scootern und E-Bikes – und können insbesondere bei Beschädigung, Überhitzung oder unsachgemäßem Laden zur Brandgefahr werden. Auch elektrische Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen oder Wäschetrockner bergen ein Risiko und sollten nach Möglichkeit nicht über längere Zeit unbeaufsichtigt betrieben werden.

Als weiteren Risikofaktor nennt Mittnecker starke Unordnung und mangelnde Sauberkeit. Insbesondere bei ausgeprägtem „Messietum“ könne sich eine große Brandlast ansammeln. Gleichzeitig bestehe die Gefahr, dass Flucht- und Rettungswege verstellt werden und dadurch im Ernstfall ein rasches Verlassen des Gebäudes sowie der Einsatz der Feuerwehr erschwert werden.

 

Einzelne Großbrände treiben Schadenssumme deutlich nach oben

Besonders ins Gewicht fallen einzelne Großschadensereignisse. Insgesamt wurden 13 Brandfälle mit Schäden von jeweils mehr als 200.000 Euro verzeichnet. Diese verursachten zusammen rund 6,7 Millionen Euro Schaden. Zehn dieser Großschadensfälle entfielen auf den zivilen Bereich, zwei auf die Industrie und einer auf das Gewerbe.

 

Regional entfielen die höchsten in der Statistik ausgewiesenen Gesamtschäden auf Neusiedl am See mit rund 2,63 Millionen Euro, gefolgt von Oberwart mit rund 2,24 Millionen Euro, Mattersburg mit rund 1,95 Millionen Euro und Güssing mit rund 1,48 Millionen Euro.

Brandgefahren frühzeitig erkennen und vermeiden

Landesfeuerwehrverband und Brandverhütungsstelle appellieren daher an die Burgenländerinnen und Burgenländer, insbesondere beim Umgang mit elektrischen Geräten, Akkus, Wärmequellen und offenem Feuer aufmerksam zu sein. Rauchwarnmelder sollten regelmäßig auf ihre Funktion überprüft werden. Darüber hinaus empfehlen die Experten, einen geeigneten Feuerlöscher griffbereit und in der Nähe von Bereichen vorzuhalten, in denen ein erhöhtes Brandrisiko besteht.

Viele Brände lassen sich bereits durch einfache Verhaltensregeln verhindern: Offenes Feuer und Kerzen niemals unbeaufsichtigt lassen, beim Kochen insbesondere heißes Öl und Fett stets im Auge behalten und elektrische Geräte verantwortungsvoll betreiben. Flucht- und Rettungswege müssen außerdem jederzeit freigehalten werden.

 

Entscheidend sei, mögliche Gefahrenquellen im eigenen Wohnumfeld frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen. Denn Aufmerksamkeit und richtiges Verhalten im Alltag können wesentlich dazu beitragen, dass ein Brand gar nicht erst entsteht.

BR Günter PRÜNNER, MSc

www.lfv-bgld.at 

Pin It on Pinterest

Share This

Share This

Share this post with your friends!

Share This

Share this post with your friends!