Waldbrandbekämpfung aus der Luft: Bezirk Braunau trainiert für künftige Einsatzlagen

von | Sep. 20, 2026 | News | 0 Kommentare

Wald- und Vegetationsbrände werden die Feuerwehren künftig stärker beschäftigen. Längere Trockenperioden, hohe Temperaturen und zunehmend ausgetrocknete Böden erhöhen auch in Oberösterreich das Risiko größerer Flur- und Waldbrände. Das Bezirks-Feuerwehrkommando Braunau setzt deshalb bewusst auf frühzeitige Ausbildung. Denn der sichere Einsatz bei Vegetationsbränden, insbesondere in Verbindung mit Hubschraubern, lässt sich nicht kurzfristig erlernen.

Am Samstag, 19. September 2026, trainierte die Waldbrandbereitschaft des Bezirkes Braunau am Inn erstmals unter realen Flugbedingungen mit Hubschrauberunterstützung. Als Übungsgebiet diente ein weitläufiges Schotterabbaugebiet in Ranshofen. Ein Hubschrauber der Flugpolizei stand dafür den gesamten Vormittag zur Verfügung.

Insgesamt nahmen 53 Einsatzkräfte an der Ausbildung teil. Darunter waren 41 Feuerwehrmitglieder aus allen 16 in der Waldbrandbereitschaft eingeteilten Feuerwehren, sechs Mitglieder des Waldbrand-Kommandos sowie sechs speziell ausgebildete Flughelfer.

Ausbildung muss beginnen, bevor der Ernstfall kommt

Das Bezirks-Feuerwehrkommando Braunau hat bereits 2021 drei eigene Einsatzzüge für die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung aufgebaut. Die Einheiten bestehen aus 16 Feuerwehren mit 22 Einsatzfahrzeugen. In den vergangenen Jahren lag der Schwerpunkt vor allem auf der Bodenbrandbekämpfung ohne Luftunterstützung.

Mittlerweile bilden große Teile dieser Einheiten auch den Waldbrandzug „Innviertel“, der für überörtliche Einsätze in Oberösterreich und darüber hinaus vorgesehen ist. Damit wurde es notwendig, auch die Zusammenarbeit mit Luftfahrzeugen intensiv zu trainieren.

Gerade bei größeren Waldbränden kann der Einsatz eines Hubschraubers entscheidend sein. Wasser kann damit in schwer zugängliche Bereiche transportiert, Material in unwegsames Gelände geflogen oder Löschwasser gezielt abgeworfen werden.

Für die Einsatzkräfte am Boden entstehen dabei jedoch besondere Herausforderungen. Der enorme Lärm, der starke Downwash der Rotoren und die eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten verlangen klare Abläufe und hohe Disziplin. Sicherheitsabstände müssen eingehalten, Lasten korrekt übernommen und Bewegungen im Nahbereich des Hubschraubers exakt abgestimmt werden.

Diese Fähigkeiten lassen sich theoretisch vorbereiten. Beherrscht werden sie aber erst durch praktische Erfahrung.

Training an drei Stationen

Die Teilnehmer wurden in drei Ausbildungsgruppen eingeteilt und durchliefen im Laufe des Vormittags drei Stationen.

Am Absprungplatz standen die Anforderungen an einen geeigneten Landeplatz, das oberösterreichische Farb-Markiersystem sowie die unterschiedlichen Geräte für den Lufttransport im Mittelpunkt. Dazu gehörten unter anderem Löschwasser-Transportbehälter, Stilwell Flyer und Fluggeschirr.

An der Station TAL trainierten die Einsatzkräfte das sichere Annähern an den Hubschrauber sowie das rasche Befüllen eines Löschwasserbehälters. An der Station BERG wurde das Annehmen, Aufsetzen und Entleeren des Behälters im Gelände geübt.

Das Ausbildungsziel war klar definiert: Jeder Teilnehmer sollte den Löschwasserbehälter zumindest einmal selbst befüllen und einmal selbst übernehmen. Dieses Ziel wurde erreicht.

Neben dem Transport von Löschwasser zu einem Standbehälter trainierten die Einsatzkräfte auch Wasserabwürfe direkt ins Gelände sowie den Transport von Geräten zwischen den einzelnen Übungsbereichen.

Vor Beginn des Flugbetriebes erhielten alle Teilnehmer eine Sicherheitsunterweisung durch die Flughelfer. Anschließend folgte ein gemeinsames Briefing mit dem Piloten.

Realistische Bedingungen als entscheidender Lernfaktor

Der größte Ausbildungswert lag in den Bedingungen selbst. Lärm, Rotorwind und die Dynamik eines unmittelbar über den Einsatzkräften arbeitenden Hubschraubers können im Schulungsraum nur eingeschränkt vermittelt werden.

Genau deshalb ist realitätsnahes Training notwendig. Wer im Ernstfall sicher arbeiten soll, muss die Abläufe kennen, die Belastungen erlebt haben und wissen, wie sich ein Hubschrauber im Nahbereich tatsächlich verhält.

Die Übung in Ranshofen war deshalb ein wichtiger Schritt, um die Fähigkeiten der Waldbrandbereitschaft weiter auszubauen und die Zusammenarbeit zwischen Bodenkräften und Luftunterstützung zu festigen.

Umfangreiche Vorbereitung

Eine Übung dieser Größenordnung benötigt erhebliche organisatorische Vorbereitung. Verantwortlich waren OBI Martin Feichtinger von der Freiwilligen Feuerwehr Ranshofen und Abschnitts-Feuerwehrkommandant BR Johann Treiblmaier.

Vor Ort wurde neben der Feuerwehr-Einsatzleitung auch eine eigene fliegerische Einsatzleitung eingerichtet. Eine zusätzliche Feuerwehreinheit sicherte den Hubschrauberlandeplatz brandschutztechnisch ab.

Der Übung gingen rund sechs Monate Vorbereitungsarbeit voraus. Notwendig waren unter anderem Abstimmungen mit der Landeswarnzentrale, dem Bundesministerium für Inneres, der Bezirkshauptmannschaft Braunau sowie den Grundeigentümern. Auch Verkehrsmaßnahmen auf der L501 mussten vorbereitet werden.

Wissen soll im ganzen Bezirk ankommen

Die 41 teilnehmenden Feuerwehrmitglieder übernehmen nach der Ausbildung eine wichtige Funktion als Multiplikatoren. Sie tragen das erworbene Wissen in ihre eigenen Feuerwehren weiter und verbreitern damit die Ausbildung im gesamten Bezirk.

Damit schafft das Bezirks-Feuerwehrkommando Braunau bereits heute die Voraussetzungen für Einsatzlagen, die künftig häufiger und komplexer werden können.

Ein besonderer Dank gilt dem Bundesministerium für Inneres und der Hubschrauberbesatzung, den Flughelfern des Oö. Landes-Feuerwehrverbandes, den beteiligten Behörden, Grundeigentümern und Unterstützern sowie allen Feuerwehrmitgliedern, die ihre Freizeit für diese Ausbildung zur Verfügung gestellt haben.

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