Tunnelübung im Terfnertunnel: Feuerwehren trainierten für den Ernstfall

von | Sep. 6, 2026 | News, Wissen & Ausbildung | 0 Kommentare

Am 5. September 2026, stand der Terfnertunnel im Mittelpunkt einer groß angelegten Tunnelübung. Feuerwehren aus den Bezirken Innsbruck-Land, Schwaz und Kufstein trainierten dabei gemeinsam verschiedene Einsatzszenarien im Unterinntal.

Insgesamt waren sechs Tunnelzüge mit 46 Fahrzeugen und rund 300 Feuerwehrmitgliedern an der Übung beteiligt. Begleitet wurde die Übung auch von Vertretern der ÖBB. Ziel war es, die Zusammenarbeit und die Abläufe bei einem möglichen Brand- oder Rettungseinsatz im Tunnel zu trainieren und bestehende Einsatzkonzepte praktisch zu überprüfen. Die Übung war als Stationsbetrieb aufgebaut und umfasste drei zentrale Bereiche.

Station 1 – Kommunikation und Funk

Eine funktionierende Kommunikation ist bei Einsätzen in Tunnelanlagen entscheidend. An dieser Station wurden der Aufbau und Abbau der Funkverbindung sowie die Kommunikation innerhalb des Tunnels geübt. Gerade bei der Suche und Rettung von Personen sowie bei der Brandbekämpfung mussten Einsatzkräfte und Einsatzleitung jederzeit miteinander kommunizieren können.

Station 2 – Löschangriff und Löschwasserversorgung

Im zweiten Übungsbereich stand die Brandbekämpfung im Mittelpunkt. Dabei wurden unter anderem die Löschwasserentnahmestellen im Tunnel beprobt. Zusätzlich wurden verschiedene Löschtechniken und Einsatzmittel praktisch angewendet. Dazu zählten unter anderem die Strukturkühlung des Tunnels sowie ein funktionierendes Schlauchmanagement, um auch unter den beengten Bedingungen einer Tunnelanlage einen effizienten Löschangriff durchführen zu können.

Station 3 – Suchen und Retten

Die dritte Station beschäftigte sich mit der Suche und Rettung von Personen. Dabei wurde angenommen, dass sich Personen nach einem Ereignis noch in einem Zug oder im Tunnel befanden und gerettet werden mussten. Die Einsatzkräfte trainierten die systematische Suche und Orientierung im Tunnel unter anderem mithilfe von Markierungsleuchten. Ein weiterer Schwerpunkt war der Transport von Einsatzmaterial mit eigenen Gleiswagen, die speziell für den Einsatz im Tunnel genutzt wurden.

Die Durchführung der Übung war aufgrund der Sperre des Terfnertunnels möglich. Der Tunnel ist noch bis 14. September 2026 gesperrt, da derzeit Arbeiten im Zusammenhang mit der Aktivierung von Überholgleisen durchgeführt werden. Diese Infrastruktur ist später auch für die Inbetriebnahme des Brenner Basistunnels von Bedeutung.

Im Zuge der Übung wurden sechs Notausgänge (Schachkopfgebäude) genutzt. Über diese Zugangsmöglichkeiten konnte der Tunnel in Abständen von rund 500 Metern von der Oberfläche aus betreten werden.

Tunnelanlagen stellen Feuerwehren aufgrund der großen Entfernungen, der eingeschränkten Zugangsmöglichkeiten, der Orientierung und der besonderen Bedingungen bei Brandereignissen vor besondere Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, dass die Einsatzkräfte die örtlichen Gegebenheiten kennen und die notwendigen Abläufe regelmäßig gemeinsam trainieren.

Die Übung im Terfnertunnel bot daher die Möglichkeit, verschiedene Einsatzbereiche unter realistischen Bedingungen gemeinsam mit den Verantwortlichen der ÖBB zu beüben und die Zusammenarbeit der Feuerwehren über die Bezirksgrenzen hinweg weiter zu festigen.

Bilder: BFV Schwaz / Team ÖA Marcel Kreidl

Text: BFV Schwaz / Team ÖA Florian Galler 

DI (FH) Florian Galler

www.bfv-schwaz.at 

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